Stimmtherapie mit Reizstrom

Was versteht man unter reizstromunterstützter Stimmtherapie?
Wie in der herkömmlichen Stimmtherapie werden verschiedene Übungen durchgeführt. Vor, während und nach diesen Übungen wird gezielt Reizstrom eingesetzt. Diese Therapieform kombiniert also die Inhalte der konventionellen Stimmtherapie mit effizient unterstützender Reizstromgabe.
In unserer Praxis kommt das Reizstromgerät "LARYNGOTON" der Firma AudioVest Zeisberg zum Einsatz. Das Gerät wurde speziell zur Behandlung von Stimmstörungen, insbesondere Stimmbandlähmungen sowie Ausfallerscheinungen des "Nervus Recurrens" konzipiert.

So funktioniert das LARYNGOTON:
Die Stromimpulse werden über ein Kehlkopfmikrofon, das durch die Stimmgebung des Patienten ausgelöst wird, gesteuert. Somit erfolgt der elektrische Reiz exakt zeitgleich mit der Stimmgebung des Patienten. Auch bei vollkommener Stimmlosigkeit kann das LARYNGOTON zum Einsatz kommen. Die Möglichkeit der Reizstromtherapie wird durch die Gabe kontinuierlicher Stromimpulse zu individuell einstellbaren Parametern gewährleistet. Weiterhin können mit dem Gerät auch Lähmungen des Gesichtsnervs "Nervus Facialis" behandelt werden.

Bei welchen (Stimm-) Störungen kann die Reizstrom-Kombinations-Therapie angewendet werden?

  • Stimmbandlähmungen
  • Stimmstörungen aufgrund muskulärer Schwächen
  • Nervenschädigungen
  • Gesichtslähmungen

Wann ist die Durchführung einer Reizstrom-Kombinations-Therapie nicht möglich?

  • Wenn beide Stimmbänder gelähmt sind
  • Wenn der Patient elektronische Implantate hat (wie z.B. einen Herzschrittmacher oder ein Cochlear-Implantat)
  • Wenn der Patient metallische Implantate hat (wie z.B. eine Trachealkanüle oder Nägel/Schrauben)

Was soll mit der Gabe des Reizstroms erreicht werden?

  • Die Verzögerung des Schwunds der gelähmten Muskulatur
  • Die Kräftigung einer zu schwachen Kehlkopfmuskulatur
  • Die gleichzeitige Bewegung des nicht vorgedehnten Muskels (bei Gesichtslähmungen)

Wann sollte mit der Therapie begonnen werden?

  • Soweit vom Facharzt nicht anders verordnet, beginnt man ab der zweiten Krankheitswoche.